report, TEI°08

TEI 20.2.2008

Tag 3

Der letzte Tag der Konferenz begann, wenn auch wegen der langen Nacht verspätet, um 9.30 Uhr mit der ersten Papersession. Ausführlich vorgestellt wurden unter anderem das Projekt “Granulatsynthese” von Steffi Beckhaus, Roland Schroeder-Kroll und Martin Berghoff der Universität Hamburg, welches ich gestern schon in Form des Videos und eines kleinen Beitrags vorgestellt habe.

Am besten jedoch hat mir der Vortrag von Marcello Coelho >> des MIT Medialabs gefallen. Er stellte ein Projekt namens “Sprout I/O ” vor. Es handelt sich um ein taktiles und haptisches Interfaces, das textile Materialien wie Filz und Strick mit Memorymetallen miteinander mixt. Der Hintergrund und die Inspiration ist der Fußabdruck den man hinterlässt, wenn man über einen Teppich geht, also die Fasern plattdrückt, woraus sich die Idee eines Teppichleitsystems über die Veränderung der textilen Oberflächen durch die Modulation einzelner Fasern ergibt. Auch Interfaces für Sehbehinderte oder interaktive Kleidung ist denkbar.

Die Fasern sind so aufgebaut, dass das Memorymetall >> in Form eines Drahtes in den Filz eingenäht ist. Der Draht verformt sich durch die Zugabe elektrischen Stroms. Wird dieser unterbrochen verformt sich das Metall wieder zurück. Es entstehen also zwei definierte Zustände die sich mit Informationen koppeln lassen. Hier ein kleines Beispielvideo auf Youtube >> >> und ein Verweis auf ein ähnlich gelagertes Projekt >>.

Der Vorteil der textilen Ummantelung ist, dass sich darüber ein intensiveres und angenehmeres haptisches Erlebnis erzeugen lässt, das vorallem an dicke Wollteppiche erinnert. Gerne würde ich das Paper online stellen, damit Sie selber noch einmal expliziter nachlesen könen, doch leider ist es noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

Besonders gespannt war ich auf den Vortrag von Johann Habakuk Israel (Fraunhofer IPK Berlin), Jörn Hurtienne (TU Brlin) und Katharina Weber (FHTW Berlin). Es gab schon Gerüchte, dass dieser Vortrag aus dem Rahmen fallen würde, was er dann auch tatsächlich tat. In Form eines Rollenspieles erklärten sie das von Jörn Hurtienne entwickelte Image Schema und stellten eine berührbare Applikation vor, die ein Designer und ein Wissenschaftler der von GUI´s geplagten Sekretärin anbieten. Diese Applikation soll alltägliche Arbeitsprozesse der Dokumentenverwaltung erleichtern soll. Eine Schale mit Murmeln steht auf dem Schreibtisch. Jede Kugel steht für ein Dokument was bearbeitet werden muss. Die Wichtigkeit einzelner Dokumente ist über Farben gekennzeichnet und wandert an die Oberfläche der Schale. Das Interessante daran st, dass sich die Kugel nicht physisch nach oben bewegt, sondern nur die mit ihr verbundene Information. Da die Kugeln alle gleich neutral sind und nur aktuell mit Information belegt werden, kann die wichtigste Information, dargestellt durch Farbe von Kugel zu Kugel wandern, bis sie bei der obersten angekommen ist. Dort entnimmt die Sekretärin die Kugel, öffnet sie und auf ihrem Schreibtisch wird das Dokument projiziert
hab

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Zum Abschluss der Konferenz sollte eine Podiumsdiskussion stattfinden, doch war noch überhaupt nicht klar, wer denn auf dem Podium sitzen sollte. Eine schöne Idee kam von Brygg Ulmer, doch per Abstimmung das Podium zu besetzen. Gesagt getan und die Teilnehmer entschieden sich für:

Mark Gross >>

Ylva Ferneaus >>

Jörn Hurtienne >>

Caroline Hummels >>

Eva Hornecker >>

Jill Coffin >>

Die Moderation hatte Brygg Ulmer.

An dieser Stelle können Sie sich den Mitschnitt der Diskussion anhören. >> (z-share link

Nachdem die Diskussion vorrüber war, wurde das “most innovative” Ausstellungsstück prämiert, was die Entwickler der Xenakis Installation >> für sich entscheiden konnten. Auch wurde bekannt gegeben, dass die TEI09 in Cambridge UK stattfindet. Ausrichten wird die Veranstaltung unteranderem das dort ansässige Microsoft Researchlab >>

Danach wurde sich noch herzlich verabschiedet von denen die noch da waren, da bereits viele vor der Diskussion abgereist sind.

Auch für mich hieß es dann einpacken und zurück nach Dresden fahren. Doch glücklicherweise musste ich nicht allein fahren, denn ich konnte Jamie Zigelbaum, Marcello Coelho und Jeevan Kalanithi vom MIT Medialab mit leichter Hand überreden auf ihrem Weg nach Prag doch noch einen Abstecher über Dresden zu machen. So ist die TEI08 bei kühlem Bier und interessanten Gesprächen im Hebedas und alten Wettbüro in Dresden zu Ende gegangen.

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Ergänzend möchte ich noch bemerken, dass es schön war dabei zu sein, die Athmosphäre war sehr angenehm, die Gespräche inspirierend und witzig, das Essen gut und die Vorträge, Ausstellungen und Poster von sehr hoher Qualität. Besonders haben mich die Tangibles mit Musikkontext interessiert.

Leider konnte ich an dieser Stelle nicht über alles berichten und verweise auf die Website der Konferenz >>. Sollten Sie weitere Informationen wünschen, so schreiben Sie mir eine E-mail

So maybe till next year,

Christian

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